50 Jahre Nonnenhorner Seglerverein - Dauerbaustelle Hafen

Das ganze Jahr 2026 feiert der NhSV sein 50-jähriges Bestehen und blickt zurück, diesmal auf den Hafen. Der ist weitgehend offen und durch Wind und Wellen sehr unruhig. Deshalb ist die Geschichte des Nonnenhorner Hafens eine wie die von Sisyphos. Der musste in der griechischen Mythologie bekanntlich auf ewig einen Felsblock einen Berg hinaufwälzen. Und der Fels rollte jedes Mal zurück ins Tal.

Doch von Anfang an: Auf einer Postkarte von 1962 sieht man, dass man noch nichts sieht… vom heutigen Hafen. Segelboote machten irgendwie am hölzernen Landungssteg der Linienschifffahrt fest. Erst als der Steg nach der Seegfrörne 1963 so marode war, dass er ersetzt werden musste, sollte eine Hafenanlage gleich mit gebaut werden. Die Gemeinde Nonnenhorn zahlte, auch damit der neue Anlegesteg doppelt so breit würde wie der alte – zum Flanieren für Einheimische und Urlaubsgäste. Im Mai 1965 wurde der neue Beton-Landungssteg mit einer rechtwinklig angesetzten Quermole als Hafenmauer eingeweiht. „Eine der modernsten Wasseranlagen am Bodensee“, hieß es damals in der „Lindauer Zeitung“. Doch die neue Quermole hielt nach der Einweihung nur genau 41 Tage. Ein Sturm bei Hochwasser an Fronleichnam riss den mittleren Teil der Mole weg.

Ein Jahr danach war der Nonnenhorner Hafen repariert, mit nunmehr leicht geschwungener Mole und Holzpfählen zum Festmachen. Hinzu kam später ein Schwimmsteg. Im Bodensee Handbuch wurde Nonnenhorn damals so beschrieben: „Freundliche, in Wein- und Obstgärten eingebettete Sommerfrische. Anlegen möglich, keine Zollabfertigung“. 1978, zwei Jahre nach Gründung des NhSV, übernahmen die Nonnenhorner Segler den Gemeindehafen in Pacht. War damit alles gut? Mitnichten! Der Hafen blieb Dauerbaustelle. Bei der Wagenfasnet im Jahr 2000 machten die NhSV-Mitglieder das zum Thema: „Mole, Schwemmsand, Hafen bau’n verderben uns den Segel-Traum. Die Seglerkasse ist kastriert, die G’meinde davon profitiert.“

Denn die Quermole wies schon bald Löcher auf. Die Betondielen zwischen den Pfeilern mussten ausgebessert, verstärkt oder ersetzt werden. Vor der Mole wurden in mehreren großen Arbeitseinsätzen Steine aufgeschichtet, als Wellenbrecher. Die ersten Versuche schlugen fehl: 1982 wurden 70 Tonnen Steine aufgeschüttet. „Das waren Rundkiesel, die hat schon der nächste Sturm um die Ecke abgetrieben“, erinnern sich manche. Eine „Kugellager-Schüttung“ nennt es heute lachend ein Gründungsmitglied, weil die Steine so geschmeidig wegrollten.

Beim nächsten Mal ging man es größer an: 1.100 Tonnen Steine wurden aus dem Tettnanger Wald angefahren und auf dem Landungssteg auf eine Lore umgeladen. Für die Lore hatten die Vereinsmitglieder extra Schienen auf der Quermole verlegt und das Geländer abmontiert. So konnten die Wacken direkt von der Mole in den See gekippt werden. Aber auch diese Steine verschwanden. Relative Ruhe gab es erst, nachdem große, eckige Flussbausteine vom See aus verlegt wurden, die sich selbst verkanten und die Mole schützen können.

Aber nicht nur Wind und Wellen bedrohen den Nonnenhorner Hafen, auch Sand. Im Schnitt 2,5 Millionen Kubikmeter Sedimente spült der Rhein jedes Jahr in den Bodensee. Mit der Rheindamm-Verlängerung landet ein Teil davon direkt in Nonnenhorn. Fast jeden Winter mussten die Vereinsmitglieder deshalb eine auf einem Floß montierte Pumpe laufen lassen. Sie saugte den hereingespülten Sand zwischen Hafenmole, Schwimmsteg und Ufer ab. Er wurde auf der anderen Seite des Landungsstegs, vor dem „Hörnle“, zu einem Sandberg aufgetürmt und dann per Lkw abgefahren.

Mittlerweile darf der Sand an GPS-genauen Positionen im See verklappt werden. Zuletzt 2020/21 holt das Baggerschiff „Habsburg“ etwa 1.500 Kubikmeter Sand aus dem Hafen, das kostete den Verein mehr als 30.000 Euro. Seitdem sparen die Mitglieder für das nächste Ausbaggern, voraussichtlich 2027. Und dann sind da noch Treibholz, Seegras und Blässhühner, die Arbeit machen. Auch die Blässhühner haben den Hafen gepachtet, wie der NhSV, beteiligen sich aber nicht am Unterhalt oder an Arbeitseinsätzen. Was die Nonnenhorner Seglerinnen und Segler seit 50 Jahren machen, wenn sie nicht gerade Sisyphos‘ Fels wieder hoch wälzen? Dazu demnächst mehr.

 

Nonnenhorner Seglerverein
Fotos: A. Mauthe / Eugen Feldkircher / Peter Sandbiller

 

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Die Vereinsanlagen des Nonnenhorner Seglerverein e.V. befinden sich im Hafen, am Nonnenstein und im Stedi in Nonnenhorn.

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