Vom Heimathafen bis zu fernen Küsten – unterwegs als Gemeinschaft
Ein halbes Jahrhundert wird der NhSV in diesem Jahr. Aus diesem Anlass blicken wir ein wenig zurück, diesmal auf gemeinsame Aktivitäten und Törns. Denn 16 Seglerinnen und Segler des NhSV sind 2004 zur ersten gemeinsamen Segelreise im Mittelmeer aufgebrochen. Morgens um 3 Uhr ging es in Nonnenhorn los. Ziel war Pula auf der kroatischen Halbinsel Istrien. Zwei Boote waren dort gechartert, eines überwiegend mit Jugendlichen besetzt. Eine Woche lang segelte die Gruppe durch die Buchten der vorgelagerten Inseln, inklusive Starkwindtraining, Rückwärtssegeln und Begegnungen mit Delfinen.

Fröhliches Wettsegeln zwischen Badebuchten und Ankerplätzen, Landgänge zu einsamen Bergkapellen, nächtliches Segeln unter Sternschnuppen, gemeinsames Kochen in den winzigen Bordküchen, Plaudern und Feiern teils bis in die Nacht – all das gehört seit 22 Jahren in den Herbstferien dazu. Meist liegen die gecharterten Boote gemeinsam in versteckten Buchten, manchmal auch in kleinen Hafenstädtchen, beispielsweise auf Elba, Mallorca und Sardinien, an der Küste von Palermo, Portorož in Slowenien, Montenegro und immer wieder vor den Inseln bei Athen.
2016 führte der Törn nach Malta und Gozo. Dort sorgte zwar ein Sturmtief mit haushohen Wellen dafür, dass die Boote erst nach zwei Hotelnächten übernommen werden konnten. Am Ende der Woche hieß es aber: „Eskortiert von Delfinen zu beiden Seiten unseres Bootes und bei wunderbarer Abendsonne kamen wir nach ereignisreichen und wunderschönen Segeltagen in Valletta an.“

Der Herbsttörn ist fester Bestandteil des Vereinsjahres. Inzwischen werden vier Charterboote benötigt, bis zu 25 Seglerinnen und Segler nehmen teil, viele von ihnen regelmäßig. Auch Jugendliche segeln im Mittelmeer mit, der jüngste Teilnehmer bisher war 14, der älteste 79 Jahre alt.
Bereits im Gründungsjahr 1976 regte aber ein Segler auf der Mitgliederversammlung an, der Verein solle im Winter auch Ski-Ausflüge veranstalten. So ging es im folgenden Winter ein Wochenende auf die Skihütte des Kressbronner Skiclubs im Bregenzerwald, später folgten Bergwanderungen im Sommer. Vor allem aber waren und sind die Nonnenhorner Seglerinnen und Segler mit ihren Booten auf dem Bodensee unterwegs. Immer mittwochs legen sie zum Feierabendsegeln gemeinsam ab. Oft geht es in den Sonnenuntergang. Anschließend trifft man sich auf der Mole zu einem Schwätzchen und einem kalten Getränk.…

Zweimal im Jahr machen sich die Nonnenhorner Seglerinnen und Segler auch gemeinsam mit ihren Booten auf in andere Häfen am Bodensee. Bereits im ersten Jahr des NhSV war das Konstanzer Seenachtfest das Ziel. Damals ging es am Samstagmorgen gemeinsam los. An Bord sollte sein: Flaggengala, Trompeten, Feuerwerk und zuverlässiges Ankergeschirr. Denn übernachtet wurde nach dem Feuerwerk auf den Booten in der vorderen Güll an der Insel Mainau.
Mittlerweile sind fast alle Häfen am Obersee mehrfach Ziel der NhSV-ler gewesen. Oft ist die Vereinsjugend mit Optis und Laserjollen dabei, auch Vereinsmitglieder ohne eigenes Boot sind willkommen. Diese können auch das vereinseigene Segelboot nutzen, eine International 806 namens „Hörnle“.
In den 50 Jahren Vereinsgeschichte hat der NhSV zudem den Jollenliegeplatz am Nonnenstein in Pacht übernommen und das Ufer befestigt, eine Winterlagerhalle mit angrenzender Arbeitshalle gebaut und ein Vereinsheim sowie Sanitäranlagen mit Entsorgungsstation im „Stedi“ eingerichtet.

Und wer sind die rund 200 Mitglieder des Nonnenhorner Seglervereins? Der Verein nimmt seit seiner Gründung bevorzugt Segelinteressierte aus der Gemeinde und der nahen Umgebung auf. So stammen derzeit nur neun Mitglieder aus dem Bodenseehinterland, weitere 14 kommen aus weiter entfernten Orten, haben aber einen starken Bezug zu Nonnenhorn.
Karin Wehrheim
Fotos: Tatiana Rödel, Wolfgang Rüger, Eugen Feldkircher, Anita Jannicke