Erstes Nonnenhorner „Hafenglühen“ verzaubert trotz Regens
„Wow – wie schön!“ war vermutlich noch nie so oft am Nonnenhorner Hafen zu hören wie am 18. Juli. Alle 50 Segelboote leuchteten nach Einbruch der Dunkelheit. Am Ufer strahlte ein Jugendboot des Vereins, ein „Optimist“. Zum ersten Mal hatte der NhSV zum „Hafenglühen“ eingeladen, anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Vereins. Doch der „Optimist“ setzte sich nicht durch: Das Wetter spielte nicht mit. Hatte es am Nachmittag noch blauen Himmel gegeben, so regnete es später immer wieder kräftig. Dadurch wurden die wichtigsten Fragen: Wie verhindert man, dass der Apérol, den es am Ende des Landungsstegs gab, nicht zu stark verdünnt wird? Wo gibt es ein trockenes Plätzchen, um die Leckereien vom Grill zu verzehren? Und fährt das Kiesschiff seine Rundfahrten auch, wenn es tröpfelt? Es fuhr. Natürlich.

Was macht dieser NhSV eigentlich? Wer segelt überhaupt in Nonnenhorn? Und wie kommt man dazu? Solche und andere Fragen will der Seglerverein zum Jubiläum beantworten. Deshalb gibt es jetzt Infotafeln am Hafen. Deshalb gab es auch das „Hafenglühen“. Wochenlang hatte ein fünfköpfiges Team des NhSV das vorbereitet. 70 Vereinsmitglieder halfen, viele packten zudem spontan mit an. Nicht nur beim Auf- und Abbau, nicht nur beim Schmücken der Boote im Hafen mit Flaggengala und Lichterketten. Sie übernahmen auch in Schichten die Apérol-Bar, Grillstation und Getränkeausschank ebenso wie das Helfen am Kiesschiff, beim Hafenquiz und beim Knotenüben. So wurde es ein echtes „Wir vom NhSV lassen für euch den Hafen glühen und feiern mit euch“.

Palstek, Webleinstek und Achterknoten galt es zu knüpfen – gar nicht so einfach, stellten die meisten fest, die es versuchten. Beim Quiz ging es beispielsweise um die Frage, in welche Himmelsrichtung der Nonnenhorner Landungssteg ausgerichtet ist und wie man vor der Vereinsgründung 1976 die Nonnenhorner nannte, die teils auf selbstgebauten Booten vor dem Ufer kreuzten – nämlich „wilde Segler“. Trotz der dunklen Wolken am Himmel zeigten junge Vereinsmitglieder, wie das Segeln auf einer Laserjolle oder einem „Optimisten“ geht. Und am Ende spielten „Chill & Musik“ Stimmungsvolles zum Leuchten der Segelboote. Da regnete es nicht mehr in den Apérol und die Besucherinnen und Besucher plauderten mit den NhSV-lern - über das Segeln, den See und den Rest der Welt.



„Wann macht Ihr das wieder?“ und „Das war echt schön!“ bekamen die Nonnenhorner Seglerinnen und Segler in ihren Vereinsshirts auch noch nach dem „Hafenglühen“ zu hören. Gut möglich, dass es nicht das einzige Mal bleibt. Gedauert hat es allerdings, bis die noch in der Nacht abgebauten Zeltplanen und Biertische wieder trocken waren… Beigetragen zum Erfolg des „Hafenglühens“ mit rund 300 Gästen haben auch andere Nonnenhorner Vereine sowie Betriebe und die Gemeinde. Danke!
Karin Wehrheim/Petra Würfel
Fotos: Martin Rosenberger / Sven Rapp / Karin Wehrheim